Machen – Über das Produktdesign-Studium in Weimar

 
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Mit dem Wunsch, eine ak­tu­elle Bro­schüre über den Stu­di­en­gang Produkt-Design der Bauhaus-Universität Wei­mar zu ver­öf­fent­li­chen, trat Pro­fes­sor Heiko Bar­tels an Jo­han­nes Hein und Ben­ja­min Dahl heran. Auf­gabe und Ziel war es, ei­nen Nach­fol­ger für ein vor­an­ge­gan­ge­nes und mitt­ler­weile ver­grif­fe­nes Heft aus dem Jahr 2007 zu ent­wi­ckeln und die cha­rak­te­ris­ti­sche Si­tua­tion des Stu­di­en­gangs an­ge­mes­sen darzustellen.

Da wir das Produktdesign-Studium in Wei­mar als ak­ti­ven Pro­zess der Selbst­be­stim­mung als Ge­stal­ter be­grei­fen, steht in der neu ge­stal­te­ten Bro­schüre we­ni­ger die Vor­stel­lung aus­ge­wähl­ter Pro­dukte als viel­mehr das Por­trät in­di­vi­du­el­ler Per­sön­lich­kei­ten im Fo­kus: Auf wel­che Art und Weise nut­zen die an­ge­hen­den De­si­gner der Bauhaus-Universität die Frei­hei­ten, die ih­nen ihr Stu­dium bie­tet? Wel­che in­di­vi­du­el­len Stra­te­gien und Ar­beits­wei­sen ver­fol­gen sie bei der Um­set­zung ih­rer Vi­sio­nen? Und vor al­lem: Wie in­ter­pre­tie­ren sie für sich das Be­rufs­feld des Pro­dukt­de­si­gners? Projekt- und Di­plom­ar­bei­ten wer­den so in den Kon­text in­di­vi­du­el­ler Ar­beits­wei­sen ge­stellt. Da­bei re­prä­sen­tiert die Aus­wahl der por­trä­tier­ten Studenten- und Stu­den­ten­grup­pen und ih­rer Ar­bei­ten nicht nur die ver­schie­de­nen Themen- und Fach­be­rei­che des Stu­di­en­gangs, son­dern spie­gelt gleich­zei­tig die un­ter­schied­lichs­ten Auf­fas­sun­gen von De­sign wider.

In In­ter­views ha­ben wir dazu Stu­den­ten so­wohl zu ih­ren po­si­ti­ven Er­leb­nis­sen und Er­fol­gen im Stu­dium als auch zu ih­ren Zwei­feln, Ängs­ten und Pro­ble­men mit der ge­stal­te­ri­schen Ar­beit be­fragt. Stets ak­tu­elle und de­si­gn­re­le­vante The­men wie Nach­hal­tig­keit, die Ver­ant­wor­tung des De­si­gners, Au­to­ren­de­sign und Krea­tiv­wirt­schaft wer­den da­bei in ebenso kurz­wei­li­ger wie ge­halt­vol­ler Form auf­be­rei­tet. Mit die­ser Kon­zep­tion wer­den die Ar­bei­ten au­ßer­dem aus dem Pro­dukt­de­sign über die Prä­sen­ta­ti­ons­bro­schüre in ei­nen öf­fent­li­chen und fach­spe­zi­fi­schen Dis­kurs ge­bet­tet, der für die Wahr­neh­mung der Stu­den­ten, des Fach­be­reichs und der Uni­ver­si­tät von enor­mer Be­deu­tung ist. Dass da­bei die in­halt­li­che Dar­stel­lung der Bro­schüre ge­zielt vom Stu­den­ten aus­geht und nicht von ei­nem theo­re­ti­schen Lehr­kon­zept, ist längst über­fäl­lig – schließ­lich ist es doch die Ge­stal­ter­per­sön­lich­keit, die das „Wei­ma­rer Mo­dell“ in ei­ner ganz in­di­vi­du­el­len In­ter­pre­ta­tion mit Le­ben füllt. So ge­lingt es uns, ein Bild von Lehre und Pra­xis zu zeich­nen, die mar­kant und sou­ve­rän über sich selbst nach­denkt – und ge­rade da­durch hervorsticht.